Quality meets Management
NT

newspaper technology im Gespräch mit [kju:em] Partnern

newspaper technology (NT) sprach mit Karl Koch (basICColor), Oliver Kammann (K-Flow), Stefan Spengler (impakt-medien) und Tobias Weber (The ROG Corporation), den Machern von [kju:em], einer neuen Initiative für Qualitätsmanagement in der Druck- und Medienbranche (www.kjuem.de) über das Thema Softproof in der Zeitungsproduktion.

NT:

Meine Herren, vielleicht vorab einige Worte zu Ihrer Initative für Qualitätsmanagement.

Stefan Spengler:

[kju:em] steht für Qualitätsmanagement in der graphischen Industrie mit Fokus auf höchste Qualität in graphischen Workflows. Namhafte Mitglieder bieten Ihnen auf dieser Plattform Lösungen und Perspektiven zu neuen High Quality Techniken und innovativem High Quality Management in den Bereichen Workflow, Softproof, Qualitätssicherung und Colormanagement.

Partner sind hierbei Unternehmen, die Technologien zur Realisierung dieses Konzeptes anbieten können oder sich diesem Konzept in ihrer Produktionsumgebung verpflichten.

NT:

Herr Koch, Sie als ausgewiesener Spezialist für Messtechnik und -software, worauf muss beim Softproof am Leitstand aus Ihrer Sicht heute geachtet werden?

Karl Koch:

Softproof am Leitstand dient der Abmusterung der Auflage am Monitor. Dazu müssen die Betrachtungsbedingungen auf dem selbstleuchtenden Medium Monitor und dem reflektiven Medium Papier unter Normlicht bestmöglich übereinstimmen. Ein Aspekt der Übereinstimmung ist hierbei die Helligkeit des Normlichts im Vergleich zum Monitor. Durch die Kalibration ist die Luminanz des Monitors bekannt. Nun muss die Helligkeit der Beleuchtung darauf abgestimmt werden. Das Softproofsystem sollte in der Lage sein, diese Anpassung messtechnisch vorzunehmen, wobei das Messgerät möglichst nahe an der Papierebene liegen muss – jeder Zentimeter zählt! Der basICColor DISCUS mit einem Sensorabstand von ca. 10 mm von der Papierebene ist dafür hervorragend geeignet.

NT:

Herr Koch, wie steht es um die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messungen?

Karl Koch:

Ein wichtiger Aspekt ist die absolute Genauigkeit, wie Sie richtig ansprechen, sowie ebenfalls die Temperatur- und Langzeitstabilität des Messgerätes, mit dem der Monitor kalibriert und überwacht wird. Die von den ISO-Normen bzw. von PSO und IFRA definierten Toleranzen können nur dann zuverlässig ermittelt und eingehalten werden, wenn das Messgerät mindestens um eine Zehnerpotenz genauer ist, als das, was gemessen wird. Da die Genauigkeit eines Softproofs heute besser als ein Delta E ist, muss das Messgerät auf 0,1 Delta E genau messen. Dies ist bei den heute üblichen Messgeräten nicht gewährleistet, viele driften bei Temperaturänderungen um mehr als 3 Delta E. Der basICColor DISCUS verfügt als einziges bezahlbares Messgerät über einen Temperatursensor und eine Temperaturkompensation im Bereich von 10°C bis 50°C.

NT:

Herr Kammann, Sie bieten mit SMARtt eine Softprooflösung für den Zeitungsdruck an. Wie dürfen unsere Leser sich die Integration Ihrer Software in bestehende digitale Produktionsabläufe vorstellen?

Oliver Kamman:

SMARtt ist als Einzelplatzlösung konzipiert, kann aber durch einfache Hotfolder-Unterstützung problemlos in nahezu jeden Workflow integriert werden. Vorhandene Druckdaten in den Formaten PDF oder TIFF-G4 werden in Originalgröße und absolut farbverbindlich dargestellt. Unser Tiff-G4 Server ist in der Lage, CtP-Belichtungskurven zurückzurechnen und das Ergebnis als Composite-PDF mit entsprechendem ICC-Profil bereitzustellen, womit farbverbindliches Softproofing aus Bitmap-Daten Realität wird.

Wir setzen mit SMARtt dabei auf durchgängig kontrollierte Bedingungen und haben die technische Vorbereitung und Wartung des Proofgeräts, die Anzeige der Daten und die messtechnische Auswertung in einer Applikation integriert.

Mittels des Kalibrierungsmoduls SMARtt.display und dem jetzt schon unterstützten DISCUS ist es möglich die Wide-Gamut-TFT-Monitore aller großen Hersteller perfekt an die vorhandene Umgebungssituation und die Proofbedingung anzupassen. Sogar eine vollautomatische Ansteuerung von Just-Normlichtkästen und damit die optimale Umgebungsanpassung an den Monitor ist nun möglich.

NT:

Herr Kammann, die SMARtt.softproofware ist die erste Softwarelösung die das GWG-Softproofticket unterstützt. Was steckt hinter diesem Ticket?

Oliver Kammann:

Niemand in der Druckbranche würde einen Inkjet-Ausdruck ohne Medienkeil und ohne ISO-Auswertung auf der Rückseite als „Proof“ akzeptieren. Warum sollten Sie es beim Softproof? Das GWG Softproofticket wurde von der Ghent Working Group konzipiert, um wichtige Merkmale einer Softproofinstallation wie Monitortyp, Kalibrierungsstatus oder Freigaben mit einem PDF zu speichern und so die zu einem bestimmten Zeitpunkt gültigen Werte für eine spätere Auswertung vorzuhalten. Uns ging dieser Ansatz noch nicht weit genug, daher haben wir mit dem SMARtt.ticket eine Erweiterung der GWG-Spezifikation vorgenommen, die zusätzlich auch noch die Farbraumüberprüfung, also die Überprüfung ob ein angezeigtes Dokument auch wirklich im ausgewählten Druckfarbraum dargestellt werden konnte, sowie das aktuelle Monitor-ICC-Profil speichert und damit eine belegbare Freigabe des Dokumentes ermöglicht.

SMARtt wurde unter der Zielsetzung entwickelt den konventionellen Hardproof bestmöglich auf den Monitor zu übertragen und dabei die Vorteile einer durchgängigen digitalen Produktionskette optimal zu nutzen.

NT:

Herr Kammann, an welcher Stelle geht die Proofdarstellung am Monitor über die Möglichkeiten eines Proofdrucks hinaus?

Oliver Kammann:

Die Qualität der Proofdarstellung wird mit dem Softproofticket automatisch dokumentiert. An eine nachfolgende Workflow-Station übermittelt, dient das Softproofticket zur Dokumentenfreigabe oder als Bewertungsgrundlage der Kalibrierungsparameter.

SMARtt bietet dem Benutzer sowohl die Möglichkeit verschiedene Bearbeitungsstände als auch verschiedene Simulationsbedingungen spontan miteinander zu vergleichen. Farben außerhalb des Monitorgamuts, sowie Bereiche, die mit zu hoher Flächendeckung angelegt wurden, werden direkt visuell hervorgehoben. Außerdem bietet SMARtt die Möglichkeit verschiedene Kombinationen der Separationen, insbesondere der Sonderfarben, farbmetrisch validiert zu betrachten.

SMARtt bietet also nicht nur einen echten „Proof am Monitor“, sondern geht mit seinen modernen Werkzeugen weit über die Möglichkeiten eines Digitalproofs hinaus. Von den Kosteneinsparungen durch die Einsparung von Verbrauchsmaterialien sowie die CO2 Reduzierung durch „digitale“ Transportwege des Proofs zwischen Agentur, Kunde und Druckerei ganz zu schweigen.

NT:

Eine Nachfrage, Herr Koch. Reicht eine reine Monitorkalibration Ihrer Meinung nach aus?

Karl Koch:

Nur die Kalibration und Profilierung alleine sagt noch nichts über die Prooftauglichkeit der Anzeige aus! Es muss überprüft werden, ob die zu simulierende Druckbedingung innerhalb der ISO-Toleranzen reproduziert wird. Hierzu bietet SMARtt eine Farbraumprüfung auf Basis des Standardprüfmittels Fogra Medienkeil v3, die die Proofdarstellung validiert. Damit wird die bisher unbewertete Monitordarstellung zu einem „echten Proof“.

Die Auswertung erfolgt dabei über das Modul SMARtt.catch, welches die erzeugten Daten direkt an das Online-Qualitätsmanagementsytem iQIP übergeben kann. So entsteht eine Langzeitauswertung des Softproofsystems. die in direkte Beziehung zur Auswertung der Druckproduktion gesetzt werden kann. Ein komfortabel kommunizierbarer Beweis der eigenen Leistungsfähigkeit dem Kunden gegenüber!

Kundenkommunikation setzt im SMARtt Konzept aber nicht erst hier ein, sondern schon bei der auftragsvorbereitenden Kommunikation via dem integrierten Modul für ROG Handshake.

NT:

Herr Weber, Sie als jüngstes Mitglied der [kju:em] Initiative bedienen sozusagen den Anfang der digitalen Produktionskette.

Tobias Weber:

Genau. Mit ROG handshake bilden wir seit knapp 10 Jahren die gute alte Auftragstasche voll digital ab - gehen aber bei Weitem darüber hinaus. Mit ROG handshake stellen wir schon ab der ersten Zeile Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer sicher, dass durch lückenlose Protokolle und sinnvolle Automation ein Druckauftrag mit höchstmöglicher Effizienz und Nachvollziehbarkeit abgearbeitet wird. Durch ROG handshake‘s offene Architektur können flexibel so gut wie alle am Markt befindlichen Systeme, egal ob MIS, CRM, Faktura, RIP oder komplette Workflows, angebunden werden. Man kann also gut funktionierende Komponenten im eigenen Betrieb weiter nutzen und sinnvoll ergänzen, und ist nicht gezwungen alles von heute auf morgen über Bord zu kippen. Dies trifft übrigens auf Kunde, Agentur, Vorstufe und Druckerei zu. Für uns sit die Mitarbeit in der [kju:em] Initiative also ein logischer Schritt, da sich hier erstmals sämtliche Prozesse durch sehr performante, aber durchaus bezahlbare Einzelkomponeten zu einer ineinandergreifenden Komplettlösung zusammengefunden haben.

NT:

Herr Spengler, impakt-medien liefert in diesem Zusammenhang iQIP, das weltweit erste auftragsbezogene Online-System für Qualitätsmonitoring in der Medienindustrie. Welche Nutzen ziehen Anwender aus der Anbindung an Ihr webbasiertes System?

Stefan Spengler:

iQIP stellt eine bisher nie dagewesene Vergleichbarkeit aller am Qualitätsmanagement beteiligten Komponenten her. So können sämtliche Messdaten eines Proofs oder Softproofs aber auch eines Drucks oder einer gesamten Druckproduktion auftragsbezogen erfasst und automatisch ausgewertet werden. Durch den einfachen Upload aller wichtigen Informationen an iQIP ist ein Höchstmaß an Benutzerfreundlichkeit realisiert. 

Erstmals können standortunabhängig, über das Internet, die eingesetzten Systemkomponenten verglichen werden. iQIP kann z.B. alle historisierten Softproof-Ergebnisse anderen im System dokumentierten Validierungen, z.B. Druck-Auswertungen, gegenüberstellen und schafft damit Transparenz und Qualitätssicherheit auf höchstem Niveau. Driftete bisher die Qualität unerkannt vom geforderten Niveau ab, so werden jetzt in iQIP Qualitätschwankungen über die Messhistorie langfristig standortunabhängig dokumentiert. Über innovative SQL-Datenbank-Abfragen werden notwendige Prozessoptimierungen einfach und schnell unterstützt.

Mit 3 Klicks lassen sich so fundierte Aussagen zur Qualitätssicherheit einzelner Softproofsysteme und Druckmaschinen oder sogar ganzer Standorte darstellen. Der iQIP Bewertungsalgorithmus schafft – über die Aussage zur ISO-Konformität hinaus – eine echte Vergleichbarkeit aller Qualitätsergebnisse vom Softproof über den Druck bis hin zu den eingesetzten Normlichtsystemen oder der verwendeten Messtechnik. 

Mit dem Einsatz von iQIP haben namhafte Schweizer Zeitungsdrucker bereits nach wenigen Wochen signifikante Qualitätssteigerungen in ihrer Produktion realisiert. Durch die webbasierte Qualitätskommunikation mit dem Kunden konnten diese Zeitungsdruckbetriebe mehr Kundenzufriedenheit und nicht zuletzt erhöhte Kundenbindung schaffen.

NT: 

Meine Herren, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

[kju:em] Partner mit Anbindung an iQIP® | basICColor | K-Flow | impakt-medien
Starnberger Straße 20 | 82069 Hohenschäftlarn
Mobil 0171 1477921 | Tel. 08178 9988633 | Fax 032121 258026 | E-Mail: info@impakt-medien.de